Geschäftsbericht 2024 der Stadtbau GmbH Deggendorf

5. LAGEBERICHT A. Grundlagen der Gesellschaft Die Stadtbau GmbH Deggendorf steht mit 96,46% im Eigentum der Stadt Deggendorf. Die restlichen 3,54% hält die Sparkasse Deggendorf. Sie ist das kommunale Wohnungsunternehmen der Stadt Deggendorf und dient der Versorgung der Bevölkerung mit preiswertem Wohnraum. Außerdem wirkt die Stadtbau GmbH bei der Stadtentwicklung und Stadterneuerung mit. B. Wirtschaftsbericht I. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rah- menbedingungen Krisenbelastete deutsche Wirtschaft verharrt in Stag- nation Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2024 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesam- tes um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Wirt- schaftsleistung sank damit im zweiten Jahr in Folge leicht. Das BIP lag im Jahr 2024 nur noch 0,3 % höher als vor der Corona- Pandemie im Jahr 2019. Bruttowertschöpfung im Produzierenden Gewerbe und Bau rückläufig. Dienstleistungsbereiche stützten die Wirtschaft Die gesamtwirtschaftliche Bruttowertschöpfung ging im Jahr 2024 um 0,4 % zurück. Dabei zeigten sich deutliche Unterschie- de zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen. Im Verarbei- tenden Gewerbe wurde weniger erwirtschaftet, die Brutto- wertschöpfung nahm gegenüber dem Vorjahr deutlich ab (-3,0 %). Vor allem gewichtige Bereiche wie der Maschinenbau oder die Automobilindustrie produzierten deutlich weniger. Im Baugewerbe nahm die Bruttowertschöpfung 2024 gegen- über dem Vorjahr mit -3,8 % noch etwas stärker ab als im Ver- arbeitenden Gewerbe. Die nach wie vor hohen Baupreise und Zinsen führten dazu, dass insbesondere weniger Wohngebäude errichtet wurden. Auch das Ausbaugewerbe musste Produkti- onsrückgänge hinnehmen. Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft konnte ihre Brutto- wertschöpfung im Jahr 2024 um 1 % steigern und erreichte da- mit einen Bruttowertschöpfungsanteil von knapp 10 %. Für ge- wöhnlich hat die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft nur moderate Wertschöpfungszuwächse und ist nur geringen Schwankungen unterworfen. Gerade diese Beständigkeit be- gründet die stabilisierende Funktion der Immobiliendienstleis- ter für die Gesamtwirtschaft, vor allem in Zeiten einer flauen Gesamtentwicklung. Nominal erzielte die Grundstücks- und Immobilienwirtschaft 2024 eine Bruttowertschöpfung von 386 Milliarden EUR. Konsumausgaben des Staates stützen das Bruttoin- landsprodukt, Privater Konsum schwach, Investitionen brechen ein Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsproduktes kamen von den privaten Haushalten nur schwache Impulse (+0,3 %). Trotz realer Einkommenszuwächse hielten sich die Haushalte beim Konsum deutlich zurück. Vor allem für Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen gaben die privaten Haushalte deutlich weniger aus als im Vorjahr (-4,4 %). Auch Bekleidung und Schuhe wurden preisbereinigt weniger konsumiert als im Jahr 2023 (-2,8 %). Insgesamt lagen die privaten Konsumaus- gaben knapp unter dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-0,1 %). Dies dürfte neben wirtschaftlicher Unsicherheit vor allem auf die weiterhin hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein. Mit einem Anteil von knapp 53 % stellen die privaten Konsum- ausgaben das bedeutendste Aggregat der Nachfrageseite dar. Die Bauinvestitionen gingen im Jahr 2024 preisbereinigt ins- gesamt um 3,5 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Die hohen Baukosten wirkten sich weiterhin negativ auf die Investitions- tätigkeit aus: Obwohl die Preisanstiege im Jahr 2024 nachlie- ßen, blieben die Baupreise auf einem sehr hohen Niveau. Seit dem Jahr 2019 legten sie um gut 40 % zu. Besonders gebremst wurde der Wohnungsbau mit einem preis- bereinigten Rückgang um 5,0 %. Auch die privaten Investitio- nen in Nichtwohnbauten, zum Beispiel Fabriken oder Büroge- bäude, nahmen im Vorjahresvergleich ab (-2,6 %). Die Bauinvestitionen des Staates, im Wesentlichen Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen der öffentlichen Infrastruktur, waren da- gegen positiv (+1,2 %). Inflation erreicht Zielmarke fast, Baupreise wachsen nur noch leicht Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – ist im Laufe des Jahres 2024 deutlich zurück gegangen und erreichte im Dezember eine Rate von 2,2 %. Damit erreicht sie knapp das Geldwertstabilitätsziel der Europäischen Zentralbank. Im Jah- resmittel 2023 hatten sich die Verbraucherpreise in Deutsch- land noch um 5,9 % erhöht. War 2021 zunächst die weltweite Nachfrage nach Baustoffen, die mit Abflauen der Coronakrise sprunghaft gestiegen war, ausschlaggebend für den erhebli- chen Preisdruck bei Baumaterialien, kamen durch den Krieg in der Ukraine weitere Lieferengpässe und eine enorme Verteue- rung der Energiepreise hinzu. Verglichen mit dem Vorkrisenni- veau stiegen die Baupreise von Ende 2019 bis Ende 2024 um etwa 44 %. Einen derartigen Preisschock hat es seit den frühen 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr gegeben. Die Normalisierung der Energiepreise und der Lieferbeziehun- gen für Baustoffe haben die Wachstumsraten der Baupreise in den letzten Monaten zwar deutlich nach unten gedrückt, das Preisniveau bleibt aber hoch und steigt weiter über den Wachs- tumsraten der allgemeinen Teuerung. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes verteuerten sich die Preise für den Neubau von Wohngebäuden in Deutschland im 4. Quartal 2024 im Vorjahresvergleich um 3,1 %. Dieser Anstieg lag wie in den Vorquartalen über der allgemeinen Preissteigerung, die 2,2 % betrug. Vor allem vom Ausbaugewerbe, das mit rund 56 % den größten Anteil an den Bauleistungen im Wohnungsbau hat, geht weiterhin ein deutlicher Preisdruck aus: Die Preise für Aus- bauarbeiten nahmen im 4. Quartal 2024 gegenüber dem Vor- jahr um 3,8 % zu. Hierbei erhöhten sich die Preise für Heizanla- gen und zentrale Wassererwärmungsanlagen (darunter zum Beispiel Wärmepumpen) um 4,9 %. Diese haben unter den Aus- bauarbeiten neben Metallbauarbeiten den größten Anteil am Baupreisindex für Wohngebäude. Für Metallbauarbeiten stie- gen die Preise um 3,0 %. Bei Elektro-, Sicherheits- und informa- tionstechnischen Anlagen – darunter fallen zum Beispiel Elekt- ro-Warmwasserbereiter und Kommunikationsanlagen – nahmen 38 LAGEBERICHT

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