Geschäftsbericht 2025 der Stadtbau GmbH Deggendorf
5. LAGEBERICHT A. Grundlagen der Gesellschaft Die Stadtbau GmbH Deggendorf steht mit 96,46% im Eigentum der Stadt Deggendorf. Die restlichen 3,54% hält die Sparkasse Deggendorf. Sie ist das kommunale Wohnungsunternehmen der Stadt Deggendorf und dient der Versorgung der Bevölkerung mit preiswertem Wohnraum. Außerdem wirkt die Stadtbau GmbH bei der Stadtentwicklung und Stadterneuerung mit. B. Wirtschaftsbericht I. Gesamtwirtschaftliche und branchenspezifische Rah- menbedingungen Deutsche Wirtschaft wächst leicht und steht vor finanz- politisch getragenem Aufschwung Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2025 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesam- tes um 0,2% höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Anstieg der Wirtschaftsleistung in Deutschland sogar 0,3%. Nach zwei Rezessionsjahren ist die deutsche Wirtschaft damit wieder leicht gewachsen. Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen. Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach. Die Export- wirtschaft sah sich heftigem Gegenwind ausgesetzt durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Kon- kurrenz aus China. Zudem hielt die Investitionsschwäche an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger inves- tiert als im Vorjahr. Insgesamt wird Deutschland mit einem BIP- Wachstum von 0,2% im Jahr 2025 den Prognosen nach im inter- nationalen Vergleich erneut im Schlussfeld liegen. Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe und im Bau weiter unter Druck Die Bruttowertschöpfung ging 2025, trotz steigendem Brutto- inlandsprodukt, insgesamt leicht zurück. Preisbereinigt lag sie 0,1% niedriger als im Vorjahr. Die Bruttowertschöpfung misst den Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einer Volks- wirtschaft hergestellt werden, abzüglich der Vorleistungen. Sie stellt damit den im Produktionsprozess geschaffenen Mehr- wert dar. Das Bruttoinlandsprodukt umfasst zusätzlich Steuern und Subventionen. So erklärt sich die unterschiedliche Ent- wicklungsrichtung beider volkswirtschaftlichen Aggregate im vergangenen Jahr. In den unterschiedlichen Branchen entwickelte sich die Brutto- wertschöpfung sehr differenziert. Im Produzierenden Gewerbe wurde 2025 im dritten Jahr in Folge weniger erwirtschaftet. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,0% ab. Nach einem positiven Jahresauftakt ver- schlechterte sich die Lage im Laufe des Jahres zunehmend. Zum Jahresende hin zeigten sich jedoch positive Signale, so nahmen die Auftragseingänge wieder zu. Insgesamt war der Rückgang der Bruttowertschöpfung damit weniger stark als in den Vorjahren. Vor allem große Bereiche wie die Automobilin- dustrie und der Maschinenbau hatten aber erneut Einbußen zu verzeichnen. Beide Branchen sahen sich stärkerer Konkurrenz auf den weltweiten Absatzmärkten ausgesetzt. In der Chemie- industrie und anderen energieintensiven Industriezweigen un- terschritt die wirtschaftliche Aktivität das niedrige Niveau der Vorjahre nochmals leicht. Auch für das Baugewerbe war 2025 erneut ein schwieriges Jahr. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung sank nochmals um 3,6%, die Zahl der Insolvenzen nahm zu. Anhaltend hohe Bau- preise bremsten insbesondere den Wohnungsbau deutlich aus. Auch das Ausbaugewerbe musste erneut einen Rückschlag hin- nehmen. Besser war die Lage im Tiefbau: Der Neubau und die Instandsetzung etwa von Straßen, Bahnstrecken oder Energie- netzen sorgten dafür, dass das Vorjahresniveau leicht übertrof- fen werden konnte. Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft konnte ihre Brutto- wertschöpfung im Jahr 2025 um 0,5% steigern und erreichte damit einen Bruttowertschöpfungsanteil von knapp 10%. Für gewöhnlich hat die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft nur moderate Wertschöpfungszuwächse und ist nur geringen Schwankungen unterworfen. Gerade diese Beständigkeit be- gründet die stabilisierende Funktion der Immobiliendienstleis- ter für die Gesamtwirtschaft, vor allem in Zeiten einer flauen Gesamtentwicklung. Nominal erzielte die Grundstücks- und Immobilienwirtschaft 2025 eine Bruttowertschöpfung von 392 Milliarden €. Privater und öffentlicher Konsum stützten das Wachs- tum. Investitionen rückläufig. Auf der Verwendungsseite konsumierten sowohl die privaten Haushalte als auch der Staat im Jahr 2025 deutlich mehr als im Vorjahr. Preisbereinigt stiegen die privaten Konsumausgaben um 1,4% und die staatlichen Konsumausgaben um 1,5%. Die Bruttoanlageinvestitionen gingen dagegen erneut zurück, mit -0,5% allerdings weniger stark als in den Jahren zuvor. In einem für den deutschen Außenhandel turbulenten Jahr verzeichne- ten auch die Exporte 2025 nochmals Verluste (-0,3%). Die preisbereinigten Konsumausgaben des Staates stiegen 2025 vergleichsweise kräftig um 1,5%. Hierbei handelt es sich um Ausgaben für öffentliche Leistungen wie Bildung oder Gesund- heit. Hauptursache für den Anstieg war, dass die Sozialversi- cherung mehr Geld für Krankenhaus- und Arztbehandlungen, Medikamente sowie Pflege ausgeben musste. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland stiegen im Jahr 2025 preisbereinigt um 1,4% gegenüber dem Vorjahr. Die Haushalte gaben zu Beginn des Jahres deutlich mehr für Waren und Dienstleistungen aus, steigerten ihren Konsum in der zweiten Jahreshälfte aber kaum noch. Die Bauinvestitionen gingen um 0,9% zurück. Das war bereits der fünfte Rückgang in Folge. Hohe Baupreise dürften dazu ge- führt haben, dass vor allem Vorhaben im Wohnungsbau nicht realisiert wurden. In Wohnbauten wurde 2,4% weniger inves- tiert. Mehr investiert wurde dagegen in Nichtwohnbauten (+1,3%), also beispielsweise in Straßen, Brücken, Fabriken oder Bürogebäude. Inflation bleibt leicht oberhalb von 2%, Anlagen für Heizung und Warmwasser treiben die Baupreise weiter- hin nach oben Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – ist im Laufe des Jahres 2025 nicht mehr deutlich zurück gegangen und erreichte im Dezember eine Rate von 1,8%. Damit verfehlte 40 LAGEBERICHT
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