Geschäftsbericht 2025 der Stadtbau GmbH Deggendorf

sie im Jahresdurchschnitt knapp das Geldwertstabilitätsziel der Europäischen Zentralbank. Wie bereits im Vorjahr lag die Jahresrate bei einem Wert von 2,2%. War 2021 zunächst die weltweite Nachfrage nach Baustoffen, die mit Abflauen der Coronakrise sprunghaft gestiegen war, ausschlaggebend für den erheblichen Preisdruck bei Baumaterialien, kamen durch den Krieg in der Ukraine weitere Lieferengpässe und eine enor- me Verteuerung der Energiepreise hinzu. Verglichen mit dem Vorkrisenniveau stiegen die Baupreise von Ende 2019 bis Ende 2025 um gut 48%. Einen derartigen Preisschock hat es seit den frühen 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr ge- geben. Die Normalisierung der Energiepreise und der Lieferbeziehun- gen für Baustoffe haben die Wachstumsraten der Baupreise in den vergangenen zwei Jahren zwar deutlich nach unten ge- drückt, das Preisniveau bleibt aber hoch und steigt weiterhin stärker als die allgemeine Teuerung. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes verteuerten sich die Preise für den Neubau von Wohngebäuden in Deutschland im 4. Quartal 2025 im Vorjahresvergleich um 3,2%. Dieser Anstieg lag wie in den Vorquartalen über der allgemeinen Preissteigerung, die 2,1% betrug. Vor allem vom Ausbaugewerbe, das mit rund 56% den größten Anteil an den Bauleistungen im Wohnungsbau hat, geht weiterhin ein deutlicher Preisdruck aus: Die Preise für Aus- bauarbeiten nahmen im 4. Quartal 2025, gegenüber dem Vor- jahr, um 3,8% zu. Hierbei erhöhten sich die Preise für Heizanla- gen und zentrale Wassererwärmungsanlagen (darunter zum Beispiel Wärmepumpen) um 4,4%. Diese haben unter den Aus- bauarbeiten neben Metallbauarbeiten den größten Anteil am Baupreisindex für Wohngebäude. Für Metallbauarbeiten stie- gen die Preise um 2,2%. Bei Elektro-, Sicherheits- und Informa- tionstechnischen Anlagen – darunter fallen zum Beispiel Elekt- ro-Warmwasserbereiter und Kommunikationsanlagen – nahmen sie um 5,4% zu, bei Wärmedämm-Verbundsystemen um 3,5%. Neben dem Neubau werden auch die Preise für Instandhal- tungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparatu- ren) erhoben. Auch diese legten im 4. Quartal 2025 mit 4,1% weiterhin stärker zu als die allgemeine Preissteigerung und ebenfalls stärker, als die Ausbauarbeiten im Wohnungsneubau. Nur geringfügig über der allgemeinen Inflation lag die Teue- rung bei Rohbauarbeiten an Wohngebäuden. Hier stiegen die Preise von November 2024 bis November 2025 um 2,5% an. Den größten Anteil an den Rohbauarbeiten und auch am Ge- samtindex für den Neubau von Wohngebäuden haben Beton- arbeiten und Mauerarbeiten. Während die Preise für Betonar- beiten im Vorjahresvergleich um 1,5% zunahmen, erhöhten sich die Preise für Mauerarbeiten um 1,3%, deutlich unterhalb der allgemeinen Preissteigerung. Dachdeckungsarbeiten waren dagegen im November 2025 um 4,5% teurer als im November 2024, die Preise für Erdarbeiten stiegen im gleichen Zeitraum um 3,1% und die Preise für Zimmer- und Holzbauarbeiten um 5,4%. Hier gab es die bedeutendsten Preiszuwächse bei den Rohbauarbeiten. Trotz rückläufiger Nachfrage, durch die die Kapazitätsauslas- tung im Baugewebe zuletzt deutlich gesunken ist, traten Preis- rückgänge bei den Bauleistungen bisher nicht ein. Wohnungsbauinvestitionen sind abgestürzt, aber Tal- sohle allmählich in Sicht In den vergangenen Jahren führten stark steigende Zinsen und Baupreise zu höheren Kosten und erschwerten die Finanzierung von Bauvorhaben erheblich. Die Auftrags- und Genehmigungs- zahlen brachen ein. Vor allem imWohnungsbau waren die Rück- gänge deutlich. Im Jahr 2024 waren die Wohnungsbauinvesti- tionen erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2009 in nominaler Betrachtung deutlich gesunken (-2,5%). Im Jahr 2025 stagnier- ten sie in nominaler Rechnung in etwa auf diesem Niveau, preis- bereinigt gingen die Wohnungsbauinvestitionen schon seit 2021 Jahr für Jahr zurück. Trotz zuletzt abnehmender Tendenz sind die Wohnungsbauinvestitionen damit in den vergangenen sechs Jahren um 20% gesunken. Auch 2025 nahmen die Wohnungsbauinvestitionen preisberei- nigt mit -2,4% spürbar stärker ab als die Bauinvestitionen ins- gesamt (-0,9%). Noch zwischen 2010 und 2020 hatte der Woh- nungsbau die treibende Kraft unter den Bausparten gebildet und war deutlich stärker als die übrigen Baubereiche gewach- sen. In Neubau und Modernisierung der Wohnungsbestände flossen 2025 rund 272 Mrd. €. Anteilig wurden 59% der Bauinvestitio- nen im Wohnungsbau getätigt; leicht weniger als im Vorjahr. Insgesamt umfassen die Bauinvestitionen über alle Immobi- liensegmente 2025 einen Anteil von 10% des Bruttoinlandspro- duktes. Aufgrund der weiterhin hohen Zuwanderung und einer wach- senden Bevölkerung bleibt der Bedarf an Wohnraum hoch. Das erreichte Niveau der Baupreise und Finanzierungskosten dürf- ten den Wohnungsbau auch weiter bremsen. Die bisher nicht vollständig ausgeglichenen Realeinkommensverluste der Pri- vathaushalte aus vergangenen Jahren erschweren die Finanzie- rung von Wohnbauprojekten zusätzlich. Baufertigstellungen auch 2025 deutlich rückläufig Nach ersten Modellrechnungen des GdW wird die Zahl der Baufertigstellungen auch 2025 weiter deutlich zurück gegan- gen sein (-14%). Schätzungsweise 218.000 neue Wohnungen wurden fertiggestellt. Projekte aus dem Bauüberhang des letz- ten Jahres sorgten dafür, dass der Einbruch nicht noch drasti- scher ausfiel. Für das Jahr 2026 ist auf Grundlage der Entwick- lungen bei den Genehmigungen ein weiterer Rückgang auf rund 200.000 neu errichtete Wohnungen zu erwarten. Dies ent- spricht einem weiteren Rückgang um 8%. Erst 2027 wird eine Trendwende zu wieder steigenden Fertigstellungen erkennbar werden. Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen befinden sich dabei in einer besonders dramatischen Lage, letzten Umfrage- daten zufolge könnte die Zahl neu errichteter Wohnungen von rund 29.000 Wohnungen auf nur noch 18.000 Wohneinheiten im Jahr 2025 sinken. Das entspricht einem Rückgang um 40%. Auch bei den Modernisierungen bedingen die Kostensteige- rungen und das schwierigere Finanzierungsumfeld einen deut- lichen Rückgang der Aktivitäten. Viele Vorhaben werden zu- rückgestellt und erstmal gar nicht modernisiert, ein Teil findet in vermindertem Umfang statt. Vor dem Hintergrund weiter hoher Wohnungsbedarfe und um die Wohnungsbau- und Klimaziele nicht komplett abschreiben zu müssen, sollte die amtierende Bundesregierung schnell Maßnahmen für bezahlbaren und sozialen Wohnungsbau er- greifen. Die entscheidenden Stellschrauben hierbei: Bauen und Umbauen müssen wieder wirtschaftlich umsetzbar gemacht werden. Also weg von einseitig immer höheren Anforderungen, hin zum Grundsatz: Das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis muss entscheiden. Dem sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau muss dabei in Gebieten mit Wohnungsmangel ein absoluter Vorrang eingeräumt werden. II.Geschäftsverlauf 1.Bestandsbewirtschaftung Im Bestand der Gesellschaft befanden sich zum Jahresende 2025 insgesamt 1.172 Wohnungen, 388 Garagen/Carports, 480 Pkw-Stellplätze, 11 gewerbliche Einheiten (davon 1 Büro und 1 Regiebetriebswerkstätte eigengenutzt). 41

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