Geschäftsbericht 2024 der Stadtbau GmbH Deggendorf

ßeren Impulse zu erwarten und die Unternehmen werden wei- terhin nur wenig investieren. Auch vom Außenhandel dürften keine Impulse kommen. Angesichts der unberechenbaren Zollpolitik des neuen US- Präsidenten Trump ist damit zu rechnen, dass es künftig sogar noch deutlich schlechter läuft, sollte es international vermehrt zu Zöllen und weiteren Handelsbeschränkungen kommen. Der Industrie zugehörige und verflochtene Unternehmen re- agieren auf den Auftragsmangel nicht nur mit entsprechenden Ausweitungen der Kurzarbeit, sondern entlassen auch einen Teil ihrer Belegschaft – und das trotz anhaltenden Fachkräfte- mangels. Viele Industrieunternehmen kämpfen mit den ver- gleichsweise hohen Energiepreisen, zu hohen weiteren Produk- tionskosten, Ineffizienzen und unzureichender Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Trotz steigender Reallöhne kommt der private Konsum nicht in Fahrt. Angesichts der bevorstehenden Entlassungen bei gro- ßen Industrieunternehmen dürften sich bei vielen privaten Haushalten größere Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz breit machen. Offenbar aus Vorsichtsmotiven legten sie daher zu- letzt erneut mehr Geld auf die hohe Kante. Das durch die starke Inflation erreichte hohe Preisniveau dämpft die Konsumlaune der privaten Haushalte zusätzlich. Erst ab Mitte des Jahres 2025 dürfte die konjunkturelle Dyna- mik leicht anziehen, wenn die Pläne einer neuen Bundesregie- rung klarer werden und sich die außenwirtschaftlichen Unwäg- barkeiten besser einordnen lassen. Bei weiterhin steigenden verfügbaren Einkommen und einer geringeren Sparneigung der privaten Haushalte dürfte dann auch der private Konsum etwas stärker zulegen und die Wirtschafsleistung stützen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten im laufenden Jahr 2025 nur ein schwaches Wachstum. Die Vorausschätzungen be- wegen sich in einer Spannweite von 0,0 % bis 0,8 %. Im Jahres- mittel 2025 dürfte die deutsche Wirtschaft also um 0,4 % wach- sen. Erst 2026, wenn auch die Wohnungsbauinvestitionen ihre Talsohlen verlassen haben und wieder zulegen, wird die deut- sche Konjunktur den Instituten zufolge verhalten positive Wachstumsraten von 0,8 % bis 1,1 % aufweisen. Die Bundesregierung hat mit der Frühjahrsprojektion Ende Ap- ril ihre Wachstumsprognose auf 0,0 % des BIP gesenkt. Noch Ende Januar hatte sie im Jahreswirtschaftsbericht ein geringes Wachstum von 0,3 % erwartet. Diese Entwicklung habe „vor al- lem einen Grund, nämlich die Handelspolitik von Donald Trump“ und deren Auswirkungen auf Deutschland, sagte Bun- deswirtschaftsminister Robert Habeck bei der Vorstellung der Frühjahrsprojektion. Durch die Zollpolitik der Vereinigten Staa- ten kam es zu Turbulenzen an den internationalen Finanzmärk- ten und einer Eintrübung der globalen Wachstumsaussichten. Für steigende Wachstumszahlen sind ein freier, regelbasierter Welthandel und Strukturreformen unerlässlich. Für 2026 schätzt die Bundesregierung nun ein Wirtschaftswachstum von 1,0 % des BIP – statt bisher 1,1 %. Die Inflation soll 2025 auf 2,0 % sinken und 2026 bei 1,9 % liegen. Trotz rückläufiger Nachfrage, durch die die Kapazitätsauslas- tung im Baugewebe zuletzt deutlich gesunken ist, traten die erwarteten Preisrückgänge bei den Bauleistungen bisher nicht ein. Der Einbruch der Baugenehmigungen seit Anfang 2022 wirkt sich mit einer Verzögerung von ein bis zwei Jahren auf die Wohnungsbauinvestitionen aus, weshalb insbesondere für 2024 und 2025 mit einer negativen Entwicklung in diesem Segment zu rechnen ist. Die Baupreise dürften nach den enormen An- stiegen der letzten vier Jahren 2025 erstmals wieder leicht nachgeben. Ab 2026 ist mit zunehmender Erholung und einer höheren Kapazitätsauslastung der Bauwirtschaft bereits wieder mit einer steigenden Tendenz bei den Bauinvestitionen zu rech- nen. Im Jahre 2025 dürften sich die Investitionen in Wohnbauten noch nicht erholen. Allerdings zeigt der unterjährige Verlauf im Jahr 2024, dass sich die Lage zunehmend stabilisiert. Bei den Auftragszahlen zeichnet sich eine Bodenbildung ab und die Zinsen sind zuletzt wieder leicht gesunken. Da die Konjunktur insgesamt im Jahr 2025 wohl weiter schwächeln wird, ist mit einem Aufschwung noch nicht zu rechnen. Besonders Haushal- te werden sich aufgrund von Arbeitsmarktsorgen und unsiche- rer Einkommensentwicklung vor allem in der ersten Jahreshälf- te 2025 weiterhin zurückhalten. Insgesamt werden vorrausichtlich die Investitionen in Wohnbauten, den Progno- sen der Institute zufolge, im Jahr 2025 nochmals um 1,1 % bis 1,4 % zurückgehen. Erst im folgenden Jahr 2026 dürfte eine Trend- wende zu wieder wachsenden Wohnungsbauinvestitionen ein- geleitet werden. Die Institute rechnen dann mit einem Zuwachs von 2,2 % bis 2,4 %. Vor allem der Wohnungsneubau dürfte dann wieder deutlich stärker zulegen. Das Investitionsniveau wird aber weit von den Höchstständen vergangener Jahre entfernt bleiben. Die allmählich sichtbare Trendwende im Wohnungsbau darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rückgänge der letzten Jahre eine noch größere Lücke zwischen Baubedarf und Bauleistung gerissen haben. Wohnraum ist in den Städten so knapp wie seit Langem nicht mehr. Selbst wenn 2026 wieder positive Wachstumsraten erzielt werden, liegen die realen Wohnungsbauinvestitionen um gut 10 % unter dem Spitzenwert von 2020. Ausschlaggebend ist hier der Wohnungsneubau. Sein reales Volumen dürfte auch 2026 noch um rund 25 % unter dem Niveau von 2020 liegen. Der politische Handlungsdruck, ins- besondere den Wohnungsmangel zu beheben, ist also eher größer als kleiner geworden. Vor dem Hintergrund steigender Wohnungsbedarfe, einer wachsenden Einwohnerzahl und um die Wohnungsbau- und Klimaziele nicht komplett abschreiben zu müssen, sollte die kommende Bundesregierung schnell Maßnahmen für ein Sofortprogramm für bezahlbaren und sozi- alen Wohnungsbau ergreifen. Die entscheidenden Stellschrau- ben hierbei: Bauen und Umbauen müssen wieder wirtschaftlich umsetzbar gemacht werden. Also weg von einseitig immer hö- heren Anforderungen, hin zum Grundsatz: Das beste Kosten- Nutzen-Verhältnis muss entscheiden. Dem sozialen Wohnungs- bau muss dabei in Gebieten mit Wohnungsmangel ein absoluter Vorrang eingeräumt werden. Die Geschäftsführung erwartet für die Stadtbau GmbH auf- grund der Entwicklungen in den letzten zwei Jahren weiter ver- schlechterte Rahmenbedingungen bei Baumaßnahmen. Es wird immer schwieriger, Neubaumaßnahmen und Modernisierungs- projekte zu verwirklichen. Wirtschaftspolitische Prognose des Ifo Instituts Die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist ausgesprochen hoch. Zum einen ist die Poli- tik der neuen US-Regierung erratisch. Zumindest kurzfristig scheinen sich die ursprünglich erwarteten Impulse für die US- Wirtschaft im Rahmen der „America First“-Politik eher ins Ge- genteil zu verkehren. Jedenfalls haben sich eine Reihe von US- Konjunkturindikatoren zu Jahresbeginn eingetrübt, was auf eine Abschwächung der bislang robusten US-Konjunktur hindeutet. Dazu dürfte auch der sich abzeichnende Handelskrieg beige- tragen haben. Jedenfalls dürften die US-Importzölle deutlich höher ausfallen und ein breiteres Güterspektrum betreffen, als noch vor einigen Monaten erwartet. In der vorliegenden Prog- nose wurde unterstellt, dass die US-Regierung von nun an Zölle auf sämtliche Einfuhren aus Mexiko und Kanada in der Höhe von 25 % (außer auf Energie) und weitere 10 % auf Waren aus 42 LAGEBERICHT

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