Geschäftsbericht 2024 der Stadtbau GmbH Deggendorf

China erhebt. Im Gegenzug erheben die drei Länder reziproke Zölle auf US-Importe in etwa der gleichen Höhe. Gleichzeitig wird angenommen, dass keine umfassenden US-Zölle auf Ein- fuhren aus der EU eingeführt werden. Zum anderen wurde in Deutschland ein neuer Bundestag ge- wählt und Sondierungsgespräche zwischen möglichen Koaliti- onspartnern aufgenommen. Zwar ist derzeit noch unklar, wel- che konkreten wirtschaftspolitischen Weichen die neue Bundesregierung für die kommenden Jahre stellen wird. Es zeichnen sich jedoch spürbare fiskalische Entlastungen - ins- besondere in den Bereichen Infrastruktur und Verteidigung - ab, welche kurzfristig die deutsche Konjunktur stimulieren und langfristig das Produktionspotenzial heben könnten. Allerdings bleibt abzuwarten, welche Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden. In der vorliegenden Prognose wurden nur die noch von der abgewählten Regierung beschlossenen wirtschafts- und fi- nanzpolitischen Maßnahmen unterstellt. Demnach ist die Fi- nanzpolitik im laufenden Jahr spürbar restriktiv ausgerichtet, was vor allem auf den Wegfall der steuer- und abgabenfreien Inflationsausgleichsprämien und die Anhebung der Sozialver- sicherungsbeiträge zurückzuführen ist. Insgesamt bleiben die Konjunkturaussichten für dieses Jahr eher verhalten. Eine Reihe von Frühindikatoren deutet darauf hin, dass zumindest zu Jahresbeginn nicht mit einem weiteren Rückgang der Wirtschaftsleistung zu rechnen ist. So haben so- wohl die Auftragslage im Baugewerbe und in der Industrie als auch der ifo-Geschäftsklimaindex ihren Abwärtstrend in den Wintermonaten nicht fortgesetzt und scheinen einen Boden gefunden zu haben. Dagegen hat sich das Konsumklima in den letzten Monaten wieder eingetrübt. Insgesamt allerdings sig- nalisieren die Umfrageindikatoren sowohl bei den Verbrau- chern als auch bei den Unternehmen eine schlechte Stimmung und eine grundlegende Trendwende hin zu einer spürbaren Er- holung ist nicht in Sicht. Alles in allem wird die Wirtschaftsleis- tung im laufenden und in den kommenden Quartalen wohl nur leicht zulegen. Im Gesamtjahr 2025 dürfte das Bruttoinlands- produkt daher nur um 0,2 % höher liegen als im Vorjahr. Damit wurde die Wachstumsprognose gegenüber der ifo-Konjunktur- prognose Winter 2024 für das laufende Jahr um 0,2 Prozent- punkte gesenkt. Für das kommende Jahr wird mit einem Wachstum von 0,8 % gerechnet und damit an der ifo- Konjunk- turprognose Winter 2024 festgehalten. Vor dem Hintergrund der anstehenden wirtschaftspolitischen Entscheidungen in Deutschland und den Vereinigten Staaten sind die Prognoseri- siken hoch. Im Verarbeitenden Gewerbe dürfte die Bruttowertschöpfung nach einem positiven Jahresbeginn im weiteren Prognosezeit- raum weiter zurückgehen. Entsprechend werden die Unterneh- mensinvestitionen und die Exporte im laufenden Jahr nochmals sinken und erst im kommenden Jahr, getragen von einer besse- ren Entwicklung bei den unternehmensnahen Dienstleistern, wieder etwas zulegen. Die Bauwirtschaft insgesamt dürfte die Talsohle durchschritten haben und allmählich wieder leicht ex- pandieren. Allerdings bestehen nach wie vor erhebliche Unter- schiede zwischen den Bausparten. Während sich der Wohnbau langsam erholen dürfte, leidet der Wirtschaftsbau weiterhin unter der Krise im Verarbeitenden Gewerbe. Der öffentliche Bau dürfte sich nach wie vor robust entwickeln. Die privaten Konsumausgaben dürften in diesem Jahr preisbe- reinigt mit 0,4 % nur wenig mehr zulegen als im Vorjahr. Dabei wird unterstellt, dass die Sparquote sinkt. Die Kaufkraft selbst dürfte etwas zurückgehen, da die verfügbaren Haushaltsein- kommen in diesem Jahr mit 2,0 % voraussichtlich schwächer zunehmen als die Verbraucherpreise, die um 2,3 % steigen. Auf der Einkommensseite machen sich insbesondere das Auslaufen der abgabenfreien Inflationsausgleichsprämien bemerkbar, die den Anstieg der Nettolöhne und -gehälter im Vergleich zum Vorjahr spürbar dämpfen. Die Beschäftigung dürfte weitge- hend stabil bleiben und die Arbeitslosigkeit ab der zweiten Jahreshälfte 2025 wieder sinken. Die Realisierung von Neubau- und Modernisierungsprojekten bleibt wegen weiter hohen Baupreisen, einer deutlichen Ver- schlechterung der Wohnbauförderung bis hin zu einem voll- ständigen Förderstopp in der Einkommensorientierten Förde- rung (EOF) aufgrund nicht mehr vorhandener Mittel und der massiven Erhöhung der Finanzierungskosten sehr schwierig. Der Förderstopp bei der EOF-Förderung sowie der Wegfall der KfW-Neubauförderung machen den Neubau vor allem für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft, also kommunale Woh- nungsbauunternehmen, Genossenschaften und kirchliche Wohnbauunternehmen nahezu unerschwinglich. Um eine wirt- schaftliche Umsetzbarkeit von Neubauprojekten zu erreichen, sind oftmals Kaltmieten zwischen 14,00 € und 19,00 € je m² nötig. Diese Mieten sind für die große Mehrheit der Bevölke- rung nicht bezahlbar. Die von der KfW angebotenen Zinsvergünstigungen im Neu- baubereich bieten zu wenig Anreize und sind mit hohen Aufla- gen verbunden. Steuererleichterungen und neue Abschrei- bungsmöglichkeiten können von der sozial orientierten Wohnungswirtschaft selten genutzt werden, weil viele kommu- nale Unternehmen wegen hohen Verlustvorträgen aus vergan- genen Jahren nach wie vor keine Körperschafts-/Gewerbe- steuern zahlen. Auch die Reduzierung von Zuschüssen im Sanierungsbereich trifft sozial orientierte Wohnungsunternehmen hart. KfW-Zu- schüsse im Sanierungsbereich wurden stark reduziert und set- zen teilweise hohe Anforderungen voraus. Dadurch erhöhen sich auch im Modernisierungsbereich die Kosten drastisch. Auf- grund der Kappungsgrenze von max. 2,00 € je m² können die hohen Sanierungskosten nicht mehr über Mieterhöhungen nach Modernisierung refinanziert werden. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wird sich in Deg- gendorf auf einem hohen Niveau einpendeln. Nach einer Be- reinigung der Bewerberlisten waren bei der Stadtbau GmbH zum 31.03.2025 noch immer 902 Wohnungssuchende regist- riert. Davon suchten 482 Interessenten nach einer öffentlich geförderten Wohnung. Alle Interessenten waren auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung. In den letzten Jahren konn- ten durchschnittlich rund 100 Wohnungen neu an Bewerber vermietet werden. Viele Wohnungssuchende sind deshalb teil- weise jahrelang registriert. Trotz der schwierigeren Rahmenbedingungen für Wohnungs- modernisierungen setzt die Stadtbau GmbH ihre umfangrei- chen Modernisierungen im Bestand weiter fort. Seit 2023 läuft für die Stadtbau GmbH Deggendorf das größte und mit kalku- lierten Gesamtkosten von rund 14 Mio. € auch das teuerste Sa- nierungsprojekt seit ihrem Bestehen. In der Dr.-Kollmann-Stra- ße 27 und 29 werden insgesamt 64 Wohnungen fast zeitgleich vollmodernisiert. Zudem entstehen in den beiden Häusern vier neue Wohneinheiten. Die beiden Gebäude aus den Jahren 1968 bzw. 1972 waren bereits stark renovierungsbedürftig, konnten aber erst saniert werden, weil durch den Bau von 66 neuen Wohneinheiten in der Dr.-Kollmann-Straße 23 und 25 ausrei- chend Ersatzwohnraum für die Mieter vorhanden war. Die Sa- nierung in der Dr.-Kollmann-Straße 27 ist fast vollständig ab- geschlossen. Alle Wohnungen waren vor Jahresfrist bezugsfertig und konnten bis Februar 2025 vermietet werden. Derzeit werden nur noch die Außenanlagen wiederhergestellt. Die Sanierung des zweiten Gebäudes in der Dr.-Koll mann- Straße 29 hat erst im Frühjahr 2024 begonnen. Nach an- 43

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